Mein Leben, mal eben

Just me


  • Bestellnummer: 66990
  • ISBN: 978-3-649-66990-6
  • Verlag: Coppenrath Verlag
  • ab 12 Jahre
  • Seiten: 256
  • Format: 14,2 x 21 cm
  • Klappenbroschur
  • Einband: mit offenem Papier, Umlegeklappe und Relieflack

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Anouk will ihr Leben ändern: Ab sofort wird sie NORMAL, hört Popmusik und spielt Computerspiele. Während sie darauf wartet, dass ihr Steinzeit-Laptop das blöde Game lädt, hämmert sie voller Wut und Witz ihre »Memoiren« in die Tastatur: Über MaMi und Matrix, ihre Mütter; über ihren Rocker-Vater; und über Lore, die neu in der Klasse ist. Außerdem soll Anouk einen Songtext für Moritz schreiben, der aber leider auch dieses Unnormal-Gen hat ... Nikola Huppertz hat in diesem Jugendbuch eine hinreißende Hommage an das Anderssein verfasst – und eine anrührend starke und zugleich zarte Protagonistin geschaffen, deren Stimme man nicht vergessen wird.

Mit Umlegeklappe.


21.06.2017

An Mein Leben mal eben konnte ich völlig unvoreingenommen herangehen, da ich weder Buchbesprechungen und Kritiken zum Buch gelesen hatte, noch die Autorin kannte. Dass die Geschichte im Tagebuchstil geschrieben ist, hat mich sehr gereizt, denn durch die Erzählform und der Ich-Perspektive ist man als Leser sehr nah an der Protagonistin. Hinzu kam, dass ich die Thematik Teenie mit homosexuellen Eltern wahnsinnig interessant fand. Mein Leben mal eben enthält viel aufklärerisches Potenzial, das sprachlich jedoch einiger Verbesserungen bedarf.

Anouk Vogelsang ist dreizehn Jahre alt und anders als die anderen in ihrer Klasse – eine typische Protagonistin eines Jugendbuchromans, werdet ihr jetzt sagen. Aber weit gefehlt, denn Anouks Mütter führen eine lesbische Beziehung und sind gleichzeitig aber auch mit Anouks leiblichem Vater Philipp befreundet. Dass Anouk in der Schule wegen ihrer Familienkonstellation oft in Erklärungsnot gerät, ist schade aber vorhersehbar. Anouk scheint selbst über die sexuelle Orientierung ihrer Mütter voll im Bilde zu sein, hat aber Schwierigkeiten, die damit verbundenen Besonderheiten in ihrem Leben zu akzeptieren.

"[…] ich hab leider das Unnormal-Gen abgekriegt, mit dem komm ich nicht aus dem Schneider, es hat mich schon längst besiegt." (S. 161)

Am Beginn des Romans war mir nicht wirklich klar, worin ihre Anderssein besteht. Anouk führt zwar in ihren Memoiren Listen, welche Punkte sie in ihrem Leben verändern möchte, um so zu sein wie die Anderen, doch dass sie Metal hört, nicht gerne shoppen geht und nicht die neusten Computerspiele spielt, hat sie für mich zunächst nicht als anders gekennzeichnet. Erst als ihre beiden Mütter MaMi und Matrix ins Spiel kommen, wird allmählich deutlich, weshalb Anouk sich selbst unnormal findet. Dabei ist interessant, dass sie das Unnormale stets auf sich selbst bezieht und selten auf ihre beiden Mütter. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass Anouk in ihrer Beschreibung ihres Lebens im Tagebuch nichts beschönigt und die Worte so niederschreibt, wie sie ihr in den Kopf kommen.

"Damals, mit fünf, sechs Jahren, hab ich keine Sekunde darüber nachgedacht […] über MaMi und die Sache, dass sie meine Mutter ist, obwohl ich nicht in ihrem Bauch war […], und dass all das überhaupt eine Rolle spielt, wenn nur das Liebhaben stimmt." (S. 128)

Huppertz fängt mit Worten gekonnt die Liebe und Geborgenheit innerhalb von Anouks Familie ein. Gleichzeitig wird an manchen Stellen auch Anouks Einsamkeit deutlich. Ihr verzweifelter Wunsch sich mit ihrer neuen Klassenkameradin Lore anzufreunden, hat mich sehr berührt und mir gezeigt, wie schwierig es für jemanden in Anouks Situation in der Realität wirklich sein muss: Freunde, die hinter dem Rücken über einen tuscheln, werden für Kinder mit homosexuellen Eltern wohl ebenso an der Tagesordnung sein, wie Vorurteile über die eigene sexuelle Orientierung. Anouk versucht ihre Schwierigkeiten und Probleme zu verarbeiten, indem sie mit den Worten in ihrem Tagebuch spielt: mit To-Do Listen oder sonstigen stichpunktartigen Aufzählungen, Songtexten, clusterartig angelegte Seiten oder unterschiedlicher Typografie, wird ihre Memoire auch für den Leser zu einem Erlebnis.

"Die ganze Welt hat aus Wörtern bestanden, und die Wörter waren schön und ganz warm und sonnenbeschienen, sogar die hässlichen und kalten und düsteren." (S. 109)

Huppertz versucht in ihrer Sprache so authentisch wie möglich dem Tagebuchstil des Romans gerecht zu werden. Weniger gefallen hat mir hier, dass viele Sätze dadurch unklar und schwer verständlich werden und der Lesefluss massiv gestört wird. In Klammern (und oftmals sogar in doppelten Klammern) werden Anouks spontane Gedanken eingeschoben, was dazu führt, dass die Sätze unübersichtlich und kompliziert werden. Auch bestehen ihre Sätze manchmal nur aus einzelnen Wörtern, was in den meisten Fällen zusammenhanglos wirkt und dadurch umso mehr verwirrt.

Fazit


12.02.2017

Meine Meinung zum Just Me Produkt:

Aufmerksamkeit und Erwartung:
Diesen Punkt und was es vor allem mit Jus Me auf sich hat, das erläutere ich in meinem Originalposting bei mir auf meinem Blog.

Inhalt in meinen Worten:
Anouk lebt bei MaMi und Matrix. Das ist nicht immer so einfach, wie man sich das vorstellen mag. Und deswegen möchte sie ihr leben ändern und stellt fest, das gelingt nur, wenn man Pläne schmiedet und sie wieder verwirft, wenn sie offen mit sich und ihren Mitmenschen umgeht und zugleich erkennt, Freundschaft ist ein sehr wertvolles Band, und wie Missverständnisse ziemliches durcheinander bringen können.
Doch Anouk gibt nicht auf und gestaltet ihr Leben wie sie es will.

Wie ich das gelesene empfinde:
Dieses Buch ist ein Buch, dass ich nicht einfach aus meiner Hand legen wollte, denn dafür war es zu spannend, was Anouk als nächstes erzählt und wie sie ihr Leben sieht, dabei habe ich mich in manchen Szenen tatsächlich selbst wieder gefunden und musste schmunzeln.
Obwohl ich dem Buch wirklich seine Chance geben musste, denn es hat eigentlich ein großes Tabu, das ich nicht gut finde. Ein Mädchen wächst bei zwei Frauen auf, die sich lieb haben. Und das ist natürlich schon etwas besonderes. Obwohl ich so etwas echt doof finde, weil ich hier die christlichen Grundwerte leben möchte, so finde ich es genial, wie unkompliziert die Autorin an die Themen die Anouk erlebt heran geht und vor allem voran geht. Sie lädt gerade durch diese Geschichte ein, über den Tellerrand zu blicken, und nicht jedes mal zu verurteilen und vor allem zu beurteilen.

Besonderheit des Buches:
Hier bin ich total geflasht. Coppenrath hat hier ein Buch auf den Markt gebracht, das einerseits aus allem altbekannten heraus bricht, andererseits so ein Talent aufzeigt, wie man mit Sprache spielen kann, das es mich wirklich begeistern konnte. Das finde ich total genial. Eigentlich wollte ich euch sogar eine Seite abfotografieren, wie künstlerisch man mit geschriebenem umgehen kann, doch ich lege euch einfach ans Herz, schnappt euch selbst das Buch.

Schreibstil:
Anouk erzählt in diesem Buch ihre Geschichte, wieso sie so wie sie lebt lebt und was überhaupt ihr Leben ausmacht. So präsentiert sie mir ihre Listen und auch ihre Träume. Ihre Enttäuschungen und Hoffnungen.
Eigentlich blicke ich in Anouks Tagebuch und wie sie die Welt sieht und irgendwie muss ich immer bei ihr an Pippi Langstrumpf denken, die ihre Welt macht, wie sie ihr gefällt, doch das ist für Anouk nicht immer so einfach. Denn die Mitschüler gehen mit ihr nicht immer gut um, denn gerade das ... isch Wort steht ganz schön oft im Raum, und dennoch schlägt sich hier Anouk gut durch, und findet noch dabei gute Freunde, dabei muss sie aber auch erkennen, zu sich selbst zu stehen, das ist eigentlich gar nicht so schwer. Dass das aber nicht immer so leicht ist, das versteht sie auch recht schnell, und das Pläne manchmal über den Haufen geworfen werden müssen ist ihr auch recht schnell bewusst, dennoch erstellt sie immer wieder ihre Listen und ich als Leserin muss manchmal ziemlich grinsen, denn diese Listenpunkte kenne ich zu gut.
Aber auch wie Anouk mit ihrer Sprache und ihren Worten Geschichten formt und dabei immer flüssig berichtet, was ihr Leben ausmacht, macht das Buch total lebensfroh und liebenswert!

Charaktere:
Hier gibt es einmal die Klassenkameraden, eine neue Mitschülerin, einen Rocker, einen Vater der auch Musiker ist, MaMi und Matrix und einige andere Charaktere.
Alle aufzuzählen würde euch zu sehr spoilern, deswegen wieder mein Rat, bitte lest dieses tolle Buch.

Themen im Buch:
Tegenbogenfamilien - vor allem wie diese ihre Familie leben. Für mich anfangs ein Tabu, so kommt es in diesem Buch total lebendig und echt herüber und nicht gestellt, was oft in ähnlichen Büchern der Fall sein kann.
Aber auch wie man die Erste Liebe begreift, wie man mit den ersten Tagen umgehen kann, wie man mit Lehrern die gerne einfach nerven und wie man diese dennoch ehren kann, und wie man mit einem Leben das voller Turbulenzen ist umgeht, diese Themen findet ihr im Buch.
Und ganz ehrlich, jeder kennt es doch, wie man mit manchen Themen die das erste mal auftauchen umgehen sollte nicht immer einfach ist, und dennoch es schafft damit umzugehen, sei es mit Freunden oder mit sich alleine. Und gerade das erlebt Anouk immer wieder auf ganz besondere Weise und kann sich ziemlich gut damit auseinandersetzen und gibt damit dem jungen Leser wirklich Rat - jedoch auf spielerische Art.
Mobbing wird übrigens auch angesprochen, hier ist es mir jedoch zu leicht gelöst.

Bewertung:
Dieses Buch habe ich wirklich lieb gewonnen, denn es spielt mit der Sprache total schön und schafft mir richtig angenehme Lesestunden, ohne dass es gestellt oder unecht wirkt. Wer zugleich gerne ein Buch für Kinder ab 12 Jahren das die ersten brenzligen Themen bespricht weiter geben möchte, sollte dieses Buch im Auge behalten. Ich denke Anouk kann eine wirkliche Freundin, wenn auch nur für kurze Zeit, für die Kids sein. Jedoch würde ich sagen, das dieses Buch speziell ein Mädchenbuch ist.
Meine Sterne sind 5 von 5 Sternen. Obwohl ich einen Punkt wirklich kritisch gesehen habe, hat mich das Buch von sich überzeugen können.

Anouk will ihr Leben ändern: Ab sofort wird sie NORMAL, hört Popmusik und spielt Computerspiele. Während sie darauf wartet, dass ihr Steinzeit-Laptop das blöde Game lädt, hämmert sie voller Wut und Witz ihre »Memoiren« in die Tastatur: Über MaMi und Matrix, ihre Mütter; über ihren Rocker-Vater; und über Lore, die neu in der Klasse ist. Außerdem soll Anouk einen Songtext für Moritz schreiben, der aber leider auch dieses Unnormal-Gen hat ... Nikola Huppertz hat in diesem Jugendbuch eine hinreißende Hommage an das Anderssein verfasst – und eine anrührend starke und zugleich zarte Protagonistin geschaffen, deren Stimme man nicht vergessen wird.

Mit Umlegeklappe.


21.06.2017

An Mein Leben mal eben konnte ich völlig unvoreingenommen herangehen, da ich weder Buchbesprechungen und Kritiken zum Buch gelesen hatte, noch die Autorin kannte. Dass die Geschichte im Tagebuchstil geschrieben ist, hat mich sehr gereizt, denn durch die Erzählform und der Ich-Perspektive ist man als Leser sehr nah an der Protagonistin. Hinzu kam, dass ich die Thematik Teenie mit homosexuellen Eltern wahnsinnig interessant fand. Mein Leben mal eben enthält viel aufklärerisches Potenzial, das sprachlich jedoch einiger Verbesserungen bedarf.

Anouk Vogelsang ist dreizehn Jahre alt und anders als die anderen in ihrer Klasse – eine typische Protagonistin eines Jugendbuchromans, werdet ihr jetzt sagen. Aber weit gefehlt, denn Anouks Mütter führen eine lesbische Beziehung und sind gleichzeitig aber auch mit Anouks leiblichem Vater Philipp befreundet. Dass Anouk in der Schule wegen ihrer Familienkonstellation oft in Erklärungsnot gerät, ist schade aber vorhersehbar. Anouk scheint selbst über die sexuelle Orientierung ihrer Mütter voll im Bilde zu sein, hat aber Schwierigkeiten, die damit verbundenen Besonderheiten in ihrem Leben zu akzeptieren.

"[…] ich hab leider das Unnormal-Gen abgekriegt, mit dem komm ich nicht aus dem Schneider, es hat mich schon längst besiegt." (S. 161)

Am Beginn des Romans war mir nicht wirklich klar, worin ihre Anderssein besteht. Anouk führt zwar in ihren Memoiren Listen, welche Punkte sie in ihrem Leben verändern möchte, um so zu sein wie die Anderen, doch dass sie Metal hört, nicht gerne shoppen geht und nicht die neusten Computerspiele spielt, hat sie für mich zunächst nicht als anders gekennzeichnet. Erst als ihre beiden Mütter MaMi und Matrix ins Spiel kommen, wird allmählich deutlich, weshalb Anouk sich selbst unnormal findet. Dabei ist interessant, dass sie das Unnormale stets auf sich selbst bezieht und selten auf ihre beiden Mütter. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass Anouk in ihrer Beschreibung ihres Lebens im Tagebuch nichts beschönigt und die Worte so niederschreibt, wie sie ihr in den Kopf kommen.

"Damals, mit fünf, sechs Jahren, hab ich keine Sekunde darüber nachgedacht […] über MaMi und die Sache, dass sie meine Mutter ist, obwohl ich nicht in ihrem Bauch war […], und dass all das überhaupt eine Rolle spielt, wenn nur das Liebhaben stimmt." (S. 128)

Huppertz fängt mit Worten gekonnt die Liebe und Geborgenheit innerhalb von Anouks Familie ein. Gleichzeitig wird an manchen Stellen auch Anouks Einsamkeit deutlich. Ihr verzweifelter Wunsch sich mit ihrer neuen Klassenkameradin Lore anzufreunden, hat mich sehr berührt und mir gezeigt, wie schwierig es für jemanden in Anouks Situation in der Realität wirklich sein muss: Freunde, die hinter dem Rücken über einen tuscheln, werden für Kinder mit homosexuellen Eltern wohl ebenso an der Tagesordnung sein, wie Vorurteile über die eigene sexuelle Orientierung. Anouk versucht ihre Schwierigkeiten und Probleme zu verarbeiten, indem sie mit den Worten in ihrem Tagebuch spielt: mit To-Do Listen oder sonstigen stichpunktartigen Aufzählungen, Songtexten, clusterartig angelegte Seiten oder unterschiedlicher Typografie, wird ihre Memoire auch für den Leser zu einem Erlebnis.

"Die ganze Welt hat aus Wörtern bestanden, und die Wörter waren schön und ganz warm und sonnenbeschienen, sogar die hässlichen und kalten und düsteren." (S. 109)

Huppertz versucht in ihrer Sprache so authentisch wie möglich dem Tagebuchstil des Romans gerecht zu werden. Weniger gefallen hat mir hier, dass viele Sätze dadurch unklar und schwer verständlich werden und der Lesefluss massiv gestört wird. In Klammern (und oftmals sogar in doppelten Klammern) werden Anouks spontane Gedanken eingeschoben, was dazu führt, dass die Sätze unübersichtlich und kompliziert werden. Auch bestehen ihre Sätze manchmal nur aus einzelnen Wörtern, was in den meisten Fällen zusammenhanglos wirkt und dadurch umso mehr verwirrt.

Fazit


12.02.2017

Meine Meinung zum Just Me Produkt:

Aufmerksamkeit und Erwartung:
Diesen Punkt und was es vor allem mit Jus Me auf sich hat, das erläutere ich in meinem Originalposting bei mir auf meinem Blog.

Inhalt in meinen Worten:
Anouk lebt bei MaMi und Matrix. Das ist nicht immer so einfach, wie man sich das vorstellen mag. Und deswegen möchte sie ihr leben ändern und stellt fest, das gelingt nur, wenn man Pläne schmiedet und sie wieder verwirft, wenn sie offen mit sich und ihren Mitmenschen umgeht und zugleich erkennt, Freundschaft ist ein sehr wertvolles Band, und wie Missverständnisse ziemliches durcheinander bringen können.
Doch Anouk gibt nicht auf und gestaltet ihr Leben wie sie es will.

Wie ich das gelesene empfinde:
Dieses Buch ist ein Buch, dass ich nicht einfach aus meiner Hand legen wollte, denn dafür war es zu spannend, was Anouk als nächstes erzählt und wie sie ihr Leben sieht, dabei habe ich mich in manchen Szenen tatsächlich selbst wieder gefunden und musste schmunzeln.
Obwohl ich dem Buch wirklich seine Chance geben musste, denn es hat eigentlich ein großes Tabu, das ich nicht gut finde. Ein Mädchen wächst bei zwei Frauen auf, die sich lieb haben. Und das ist natürlich schon etwas besonderes. Obwohl ich so etwas echt doof finde, weil ich hier die christlichen Grundwerte leben möchte, so finde ich es genial, wie unkompliziert die Autorin an die Themen die Anouk erlebt heran geht und vor allem voran geht. Sie lädt gerade durch diese Geschichte ein, über den Tellerrand zu blicken, und nicht jedes mal zu verurteilen und vor allem zu beurteilen.

Besonderheit des Buches:
Hier bin ich total geflasht. Coppenrath hat hier ein Buch auf den Markt gebracht, das einerseits aus allem altbekannten heraus bricht, andererseits so ein Talent aufzeigt, wie man mit Sprache spielen kann, das es mich wirklich begeistern konnte. Das finde ich total genial. Eigentlich wollte ich euch sogar eine Seite abfotografieren, wie künstlerisch man mit geschriebenem umgehen kann, doch ich lege euch einfach ans Herz, schnappt euch selbst das Buch.

Schreibstil:
Anouk erzählt in diesem Buch ihre Geschichte, wieso sie so wie sie lebt lebt und was überhaupt ihr Leben ausmacht. So präsentiert sie mir ihre Listen und auch ihre Träume. Ihre Enttäuschungen und Hoffnungen.
Eigentlich blicke ich in Anouks Tagebuch und wie sie die Welt sieht und irgendwie muss ich immer bei ihr an Pippi Langstrumpf denken, die ihre Welt macht, wie sie ihr gefällt, doch das ist für Anouk nicht immer so einfach. Denn die Mitschüler gehen mit ihr nicht immer gut um, denn gerade das ... isch Wort steht ganz schön oft im Raum, und dennoch schlägt sich hier Anouk gut durch, und findet noch dabei gute Freunde, dabei muss sie aber auch erkennen, zu sich selbst zu stehen, das ist eigentlich gar nicht so schwer. Dass das aber nicht immer so leicht ist, das versteht sie auch recht schnell, und das Pläne manchmal über den Haufen geworfen werden müssen ist ihr auch recht schnell bewusst, dennoch erstellt sie immer wieder ihre Listen und ich als Leserin muss manchmal ziemlich grinsen, denn diese Listenpunkte kenne ich zu gut.
Aber auch wie Anouk mit ihrer Sprache und ihren Worten Geschichten formt und dabei immer flüssig berichtet, was ihr Leben ausmacht, macht das Buch total lebensfroh und liebenswert!

Charaktere:
Hier gibt es einmal die Klassenkameraden, eine neue Mitschülerin, einen Rocker, einen Vater der auch Musiker ist, MaMi und Matrix und einige andere Charaktere.
Alle aufzuzählen würde euch zu sehr spoilern, deswegen wieder mein Rat, bitte lest dieses tolle Buch.

Themen im Buch:
Tegenbogenfamilien - vor allem wie diese ihre Familie leben. Für mich anfangs ein Tabu, so kommt es in diesem Buch total lebendig und echt herüber und nicht gestellt, was oft in ähnlichen Büchern der Fall sein kann.
Aber auch wie man die Erste Liebe begreift, wie man mit den ersten Tagen umgehen kann, wie man mit Lehrern die gerne einfach nerven und wie man diese dennoch ehren kann, und wie man mit einem Leben das voller Turbulenzen ist umgeht, diese Themen findet ihr im Buch.
Und ganz ehrlich, jeder kennt es doch, wie man mit manchen Themen die das erste mal auftauchen umgehen sollte nicht immer einfach ist, und dennoch es schafft damit umzugehen, sei es mit Freunden oder mit sich alleine. Und gerade das erlebt Anouk immer wieder auf ganz besondere Weise und kann sich ziemlich gut damit auseinandersetzen und gibt damit dem jungen Leser wirklich Rat - jedoch auf spielerische Art.
Mobbing wird übrigens auch angesprochen, hier ist es mir jedoch zu leicht gelöst.

Bewertung:
Dieses Buch habe ich wirklich lieb gewonnen, denn es spielt mit der Sprache total schön und schafft mir richtig angenehme Lesestunden, ohne dass es gestellt oder unecht wirkt. Wer zugleich gerne ein Buch für Kinder ab 12 Jahren das die ersten brenzligen Themen bespricht weiter geben möchte, sollte dieses Buch im Auge behalten. Ich denke Anouk kann eine wirkliche Freundin, wenn auch nur für kurze Zeit, für die Kids sein. Jedoch würde ich sagen, das dieses Buch speziell ein Mädchenbuch ist.
Meine Sterne sind 5 von 5 Sternen. Obwohl ich einen Punkt wirklich kritisch gesehen habe, hat mich das Buch von sich überzeugen können.